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Lang warnt vor Verlust "einer ganzen Generation"


Ricarda Lang (Archiv) / Foto: via dts Nachrichtenagentur

 

Die frühere Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang warnt vor den für Samstag geplanten bundesweiten Jugendprotesten davor, junge Menschen pauschal unter Verdacht zu stellen. "Ich glaube, wir drohen gerade, eine ganze Generation zu verlieren", sagte Lang am Freitag dem Nachrichtensender ntv. Das Mindeste sei, nicht nur über die Jugendlichen zu reden, sondern auch mal mit diesen Jugendlichen, die auf die Straße gehen.

Lang kritisierte, dass vor den Protesten fast eine Woche lang vor allem über mögliche Gewalt gesprochen worden sei. Man habe präventiv schon mal kassandramäßig vorhergesehen, was passieren werde, und sich vorab empört, aber kaum über die Forderungen dahinter, über den Frust dahinter und über die Angst dahinter geredet.

Wenn sie mit jungen Menschen spreche, wüchsen diese in einer Welt der totalen Unsicherheit auf, sagte Lang. Sie sei dagegen in einer Welt vom "Ende der Geschichte" groß geworden: "Große Systemkonkurrenzen vorbei, alles wird besser, man weiß nur nicht, wie schnell." Die jetzige Generation wachse dagegen auf mit der Frage von Krieg und Frieden auf europäischem Boden, mit dem Traum vom Eigenheim in weiter Ferne, mit einem Bildungssystem, das das Aufstiegsversprechen nicht nur nicht einlöse, sondern negiere.

Viele junge Menschen könnten mit dem klassischen Aufstiegsversprechen nichts mehr anfangen, sagte Lang. Wenn sie ihnen vom Traum eines finanzierbaren eigenen Hauses erzähle, sagten ihr viele: "Ja, bitte geh mir weg. Mir geht es darum, dass ich irgendwie noch die Miete finanzieren kann."

Wenn der Politik mit Blick auf junge Menschen gefühlt nur einfalle, Forderungen an sie zu stellen, nach dem Motto "Jetzt müsst ihr aber mal", dann sei es nicht verwunderlich, "dass die dann auf die Straße gehen. Das muss wirklich niemanden verwundern." Gespräche allein lösten die materiellen Probleme zwar nicht, seien aber ein erster Schritt.

Ob Deutschland ohne Wehrpflicht auskomme, ließ Lang offen. Auf die Frage antwortete sie: "Ja, aber nicht sicher. Also es gibt die Möglichkeit, aber ich würde mich auch in die Richtung gerade nicht festlegen."

Die Initiative "Gen Z regelt" wendet sich gegen Kürzungen der Bildungsausgaben, gegen die Wehrpflicht und steigende Lebenshaltungskosten. Obwohl die Initiative Gewalt ausschließt, werden Demo-Verbote gefordert; Grüne Jugend und Linksjugend solidarisierten sich mit "Gen Z regelt". Eine Petition der Initiative, die sie selbst als "Brandbrief an die Bundesregierung" bezeichnen, wurde auch von Ricarda Lang unterzeichnet. Die Bundesschülerkonferenz hat sich von den geplanten Demonstrationen losgesagt.

© dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

 

NEWS25-Meldung vom 30.10.2026 - 12:28 Uhr

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