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Finanzmärkte aktuell:

Studie: Elterngeldreform könnte Sparziel deutlich verfehlen


Frauen mit Kleinkindern (Archiv) / Foto: via dts Nachrichtenagentur

 

Die geplante Elterngeldreform der Bundesregierung für 2027 könnte den Bundeshaushalt deutlich weniger entlasten als erhofft. Das zeigt eine neue Studie der Ifo-Niederlassung Dresden. "Das Sparziel und das Ziel einer stärkeren Väterbeteiligung bei der geplanten Elterngeldreform stehen sich im Weg. Je mehr Väter die Reform zum Elterngeld bewegt, desto weniger spart der Staat", sagte Ifo-Forscherin Kyra Puteanus.

Der Grund ist, dass Väter im Schnitt mehr Elterngeld erhalten als Mütter. Je nach Anzahl der Elterngeld beziehenden Väter rechnet die Studie mit Einsparungen durch die Reform bis zu 880 Millionen Euro für den Zeitraum ab November 2027 bis Ende 2030. Das Bundesfamilienministerium will im gleichen Zeitraum rund 1,6 Milliarden Euro sparen. Entscheidend sei, wie viele Väter künftig Elterngeld beziehen. Heute ist dies knapp jeder zweite Vater.

Steigt dieser Anteil jedes Jahr um einen Prozentpunkt, sinkt die Ersparnis auf rund 597 Millionen Euro. Bei zwei Prozentpunkten bleiben nur noch 311 Millionen Euro. Ab einem jährlichen Plus von rund 3,1 Prozentpunkten von Vätern, die Elterngeld beziehen, spart der Staat gar nichts mehr. Zuletzt wuchs der Anteil nur um 0,2 Prozentpunkte pro Jahr. "Seit 2010 hat sich der Anteil der Väter, die Elterngeld beziehen, jedoch fast verdoppelt. Ein schneller Anstieg ist also nicht ausgeschlossen, gerade wenn sonst Monate verfallen", sagte Ifo-Forscherin Franziska Nuernbergk.

Die geplante Reform soll am 1. November 2027 in Kraft treten. Eltern bekommen dann höchstens zwölf statt bisher 14 Monate Elterngeld. Davon stehen jeweils drei Monate exklusiv nur der Mutter oder nur dem Vater zu. Sechs weitere Monate können die Eltern frei aufteilen. Zugleich steigt der Mindestbetrag von 300 auf 330 Euro, der Höchstbetrag von 1.800 auf 1.900 Euro. Bei den Müttern spart der Staat durch die kürzere Dauer. Bei den Vätern entstehen dagegen Mehrkosten. Väter erhalten im Schnitt 1.345 Euro im Monat, Mütter nur 845 Euro. Fast 39 Prozent der Väter bekommen den Höchstbetrag, bei den Müttern sind es knapp 17 Prozent.

Die Studie vergleicht die Kosten des Elterngelds mit und ohne Reform für November 2027 bis Ende 2030, getrennt nach Müttern und Vätern. Grundlage sind Daten des Statistischen Bundesamts zu Kindern, die 2023 geboren wurden, sowie dessen Prognose der Geburtenzahlen. Die Elterngeldbeträge schreiben sie mit den Wachstumsraten von 2021 bis 2025 fort.

© dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

 

NEWS25-Meldung vom 21.10.2026 - 10:58 Uhr

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