Sonntag, 04. Oktober 2026
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Bericht: Großunternehmen umgehen Mitbestimmung zunehmend
Ein wachsender Anteil der deutschen Großunternehmen entzieht sich dem Mitbestimmungsgesetz. Dies zeigen neue Zahlen des Instituts für Mitbestimmung und Unternehmensführung (I.M.U.) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, über die die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Mindestens 3,18 Millionen Beschäftigten in rund 500 deutschen Großunternehmen werde die paritätische Mitbestimmung demnach vorenthalten. Laut Gesetz müssen Großunternehmen ihren Aufsichtsrat grundsätzlich mit gleich vielen Vertretern von Anteilseignern und Beschäftigten besetzen. Immer mehr Beschäftigte verlieren damit diese Möglichkeit, ihre Interessen zu vertreten. Mindestens 3,18 Millionen Beschäftigten in rund 500 deutschen Großunternehmen wird die paritätische Mitbestimmung laut I.M.U. vorenthalten. Das sind etwa 700.000 Beschäftigte mehr als das Institut 2022 gezählt hatte. "In deutschen Großunternehmen wird den Beschäftigten immer häufiger die Mitbestimmung vorenthalten", sagte Sebastian Sick, Unternehmensrechtsexperte beim I.M.U., der Zeitung. Vergangenes Jahr sei ein Höchststand erreicht worden. "Höchstwahrscheinlich ist der Anteil der Großunternehmen, in denen Mitbestimmung im Aufsichtsrat gelebt wird, so niedrig wie nie seit Inkrafttreten des Mitbestimmungsgesetzes 1976", so Sick weiter. Das Gesetz schreibt die paritätische Mitbestimmung grundsätzlich vor für Unternehmen mit mehr als 2.000 Beschäftigten, es gibt Ausnahmen, etwa für Medienkonzerne. Von den Großunternehmen, für die keine Ausnahmen gelten, hatten laut I.M.U. 2025 lediglich noch knapp 57 Prozent einen paritätisch besetzten Aufsichtsrat. 2022 waren es noch rund 60 und 2019 noch gut 67 Prozent gewesen. "Die Großunternehmen nutzen immer häufiger legale Wege, um die Mitbestimmung zu umgehen", sagte Sick der "Süddeutschen Zeitung". © dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
NEWS25-Meldung vom 04.10.2026 - 17:18 Uhr
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