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Finanzmärkte aktuell:

UNHCR: Nachhaltige Rückkehr in den Libanon derzeit nicht möglich


Libanon (Archiv) / Foto: via dts Nachrichtenagentur

 

Eine nachhaltige Rückkehr der im Libanon vor den Kämpfen geflohenen Menschen ist nach Einschätzung des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR derzeit nicht möglich.

Die Voraussetzungen für eine nachhaltige Rückkehr seien noch nicht gegeben, sagte die UNHCR-Vertreterin im Libanon, Karolina Lindholm Billing, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Wegen täglicher Verstöße gegen die Waffenruhe mit Israel und neuer Angriffe sei die Lage äußerst instabil.

Auf dem Höhepunkt der Kämpfe Mitte April waren nach Angaben des UNHCR mehr als eine Million Menschen im Libanon auf der Flucht. Rund 865.000 seien inzwischen in ihre Heimatgebiete zurückgekehrt oder befänden sich auf dem Weg dorthin, sagte Lindholm Billing. Viele von ihnen kehrten aber nicht in ihre früheren Häuser zurück.

Besonders schwierig sei die Lage im Südlibanon. In Orten wie Bint Dschubail seien fast alle Häuser zerstört oder beschädigt, ganze Straßen seien menschenleer. Noch immer gebe es im Libanon mehr als 160 Sammelunterkünfte für Binnenvertriebene, viele davon in Schulen. Eine Garantie, dass diese Unterkünfte sicher seien, gebe es nicht. Während dieser Eskalation seien viele Schulen angegriffen, beschädigt oder zerstört worden - ebenso Krankenhäuser, so die UNHCR-Vertreterin. Es gebe also keine Garantie.

Die Zahl der Vertriebenen und Rückkehrer verändere sich wegen der instabilen Lage täglich, sagte sie dem RND. Viele Menschen wollten dennoch unbedingt in ihre Heimatdörfer zurück und nähmen dafür auch das Leben in provisorischen Unterkünften in Kauf.

Seit dem Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR zudem rund 132.000 Syrer, die lokalen Minderheiten angehören, in den Libanon geflohen. Darunter seien Alawiten, Schiiten, Drusen und Christen, sagte die UNHCR-Vertreterin im Libanon, Karolina Lindholm Billing, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Als Hauptgrund nannten die Betroffenen die Sicherheitslage.

Zugleich kehren weiterhin zahlreiche syrische Flüchtlinge aus dem Libanon nach Syrien zurück. Nach UNHCR-Daten wurden inzwischen mehr als 681.000 Syrer als Rückkehrer vermerkt. Allerdings stagnierten die Rückkehrabsichten zuletzt, sagte Lindholm Billing. "Viele haben noch nicht das Vertrauen, dass sie dauerhaft und nachhaltig zurückkehren können", sagte sie dem RND. Einige seien nach einer Rückkehr wegen zerstörter Häuser und fehlender Arbeit sogar irregulär in den Libanon zurückgekehrt und lebten dort nun ohne Aufenthaltserlaubnis und außerhalb staatlicher Register.

Die UNHCR-Einschätzung kommt vor dem Hintergrund der in Deutschland intensiv geführten Debatte über die Rückkehr syrischer Flüchtlinge. Die Bundesregierung drängt auf eine stärkere freiwillige Rückkehr und kündigt Rückführungen zunächst insbesondere von Straftätern an, während das UNHCR weiterhin auf die fehlenden Voraussetzungen für eine sichere und nachhaltige Rückkehr verweist.

© dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

 

NEWS25-Meldung vom 23.09.2026 - 00:00 Uhr

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