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Der Dax ist am Montag mit leichten Verlusten in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.520 Punkten berechnet, 0,2 Prozent unter dem Schlussniveau vom vorherigen Handelstag. An der Spitze der Kursliste rangierten SAP, Bayer und Rheinmetall, am Ende Infineon, Hochtief und Siemens Energy. [Weiter...]

Finanzmärkte aktuell:

Ökonomen warnen vor Fehlstart der "Schweden-Rente"


Älteres Paar (Archiv) / Foto: via dts Nachrichtenagentur

 

Führende Rentenexperten warnen vor Konstruktionsfehlern bei der Einführung der geplanten deutschen "Schweden-Rente". Bei einer halb garen Lösung könnten wir das Vertrauen der Bürger schnell verlieren, sagte Jörg Rocholl, Kapitalmarktexperte und Mitglied der Rentenkommission, dem "Spiegel". Die Bundesregierung will eine zusätzliche kapitalgedeckte Komponente in der gesetzlichen Rente einführen, nach skandinavischem Vorbild. Sie soll ab 2028 schrittweise eingeführt werden.

Hintergrund ist das Ringen darum, wer das Kapital anlegen soll. Damit die Schweden-Rente ein Erfolg werde, müsse das Geld dauerhaft dem Zugriff der Politik entzogen werden, sagte Tabea Bucher-Koenen, Wirtschaftsprofessorin an der Universität Mannheim und ebenfalls Mitglied der Rentenkommission der Bundesregierung. Im Zentrum der Kapitalanlage müsse ohne Wenn und Aber die Verbesserung der Altersvorsorge stehen. Das dürfe auf keinen Fall mit anderen politischen Zielen vermischt werden, sagte Bucher-Koenen dem "Spiegel". Durch die schwarz-rote Koalition geistert seit Wochen die Idee, mit den Rentenmilliarden deutsche Start-ups und die Erneuerung maroder Brücken zu finanzieren. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat in diesem Zusammenhang von Wachstumsfinanzierung gesprochen.

Bislang gibt es zwei Kandidaten für die Verwaltung der Milliarden der "Schweden-Rente". Die SPD-Fraktion im Bundestag will die Deutsche Bundesbank damit betrauen. "Wir begrüßen den Vorstoß der Bundesbank", die geplante Kapitalrente zu verwalten, sagte Frauke Heiligenstadt, finanzpolitische Sprecherin der Sozialdemokraten im Parlament, dem "Spiegel". Eine andere Variante wäre der Kenfo. Dieser Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung verwaltet seit einigen Jahren Milliardenrücklagen für die Endlagerung des deutschen Atommülls. "Der Kenfo ist in der Lage und bereit, die Kapitalrente umzusetzen", sagte Chefin Anja Mikus dem "Spiegel".

Experten halten beide Institutionen aktuell noch nicht perfekt dafür aufgestellt. Gegen die Bundesbank spreche zum Beispiel die miese Rendite, die sie bislang bei der Verwaltung staatlicher Rücklagen erzielt. Gerade einmal zwei Prozent pro Jahr waren es Schätzungen der Wirtschaftsweisen zufolge beim Pflegevorsorgefonds. Gegen den Kenfo wiederum spreche seine geringe Bekanntheit in der Bevölkerung.

"Nach dem Riester-Desaster muss dieser Schuss einfach sitzen", sagte Ökonom Rocholl. Er bringt eine dritte Lösung ins Spiel. Die Bundesregierung sollte `Kenfo` und Bundesbank "zu einer neuen unabhängigen Institution weiterentwickeln, einer Art nationalen deutschen Assetverwalter", so Rocholl.

© dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

 

NEWS25-Meldung vom 14.09.2026 - 10:51 Uhr

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