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Zahl der Flüchtlinge in Deutschland sinkt leicht


Ankunftszentrum für Flüchtlinge (Archiv) / Foto: via dts Nachrichtenagentur

 

Die Gesamtzahl der in Deutschland lebenden Flüchtlinge ist im ersten Halbjahr 2026 leicht um rund 20.000 auf zuletzt 3,507 Millionen Menschen zurückgegangen. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" (Freitagsausgabe) unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Grund für die sinkende Gesamtzahl seien Abschiebungen, Ausreisen und Einbürgerungen von Flüchtlingen.

Vor allem der kontinuierliche Rückgang neuer Schutzsuchender aus der Ukraine hält der Bundesregierung zufolge an. So hätten im Juni 2026 nur noch 3.919 Ukrainer einen Antrag auf Schutz in Deutschland gestellt - und das trotz massiver russischer Angriffe auf Zivilisten, heißt es in der Antwort der Bundesregierung, über die die Zeitung berichtet. Einschließlich der 31.662 registrierten Ausreisen von Ukrainern im ersten Halbjahr dieses Jahres sei die Zahl der in Deutschland lebenden Ukraine-Flüchtlinge im gleichen Zeitraum per Saldo nur noch um 20.857 Personen gestiegen. Demgegenüber habe es im gesamten Jahr 2025 einen Saldo-Zuwachs von 88.000 Flüchtlingen aus der Ukraine gegeben. 2024 lag der Wert sogar noch bei 108.000. Derzeit leben insgesamt rund 1,35 Millionen Ukraine-Flüchtlinge in Deutschland.

Angesichts der aktuellen Entwicklung fordert die flüchtlingspolitische Sprecherin der Linken, Clara Bünger, ein Umdenken von der Bundesregierung. Es kämen nur noch wenige Menschen aus der Ukraine in Deutschland an. Umso schlimmer sei es, dass die Bundesregierung "an ihren schäbigen Plänen" zum Verweis neu eingereister Ukraine-Geflüchteter auf das Asylbewerberleistungsgesetz festhalte, sagte Bünger. So werde suggeriert, den Menschen aus der Ukraine ginge es um möglichst hohe Sozialleistungen. Das sei offenkundig falsch und eine Beleidigung der vom Krieg geschundenen Menschen, hob die Linken-Politikerin hervor.

Derzeit liegt das geplante Gesetz zum "Rechtskreiswechsel", wonach neue Ukraine-Geflüchtete nur noch Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten sollen, auf Eis, weil Bund und Länder über die Finanzierung uneins sind.

Von den insgesamt hierzulande lebenden Flüchtlingen haben laut Bundesregierung etwa 438.000 (12,5 Prozent) einen unsicheren beziehungsweise ungeklärten Status, alle übrigen genießen in irgendeiner Form ein Aufenthaltsrecht. Dazu sagte Bünger: "Fast 90 Prozent der in Deutschland lebenden Geflüchteten haben ein Aufenthaltsrecht. Statt also permanent über weitere Gesetzesverschärfungen und Abschiebungen zu debattieren und damit die AfD zu stärken, sollten wir alles daransetzen, die nach Deutschland geflohenen Menschen schnellstmöglich in Arbeit zu bringen und in die Gesellschaft zu integrieren."

© dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

 

NEWS25-Meldung vom 04.09.2026 - 01:00 Uhr

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