Sonntag, 23. August 2026
| |||
| |||
|
Meistgelesene Nachrichten Newsticker
Zum Wochenausklang hat der Dax zugelegt. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 26.137 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nach einem freundlichen Start gab der Dax bis zum Mittag einen Teil seiner Zugewinne ab, bevor er am Nachmittag weiter zulegte. [Weiter...] Finanzmärkte aktuell:
|
Commerzbank-Aufsichtsratschef will Überprüfung des Übernahmerechts
Commerzbank-Aufsichtsratschef Jens Weidmann fordert eine Überprüfung des deutschen Übernahmerechts. Der Einstieg der italienischen Unicredit bei der Commerzbank werfe Fragen auf, weil der Großaktionär mit einem finanziell unattraktiven Angebot eine Mehrheit habe erreichen können, ohne den Commerzbank-Aktionären eine angemessene Kontrollprämie zu zahlen, sagte Weidmann der "Süddeutschen Zeitung". Von den rund 73 Prozent der Commerzbank-Aktien, die der Unicredit hätten angedient werden können, seien nur knapp 18 Prozent angedient worden. Institutionelle und private Investoren hätten sich daran mit weniger als drei Prozent beteiligt, der Rest entfalle auf mit Unicredit verbundene Banken, sagte Weidmann. "So konnte Unicredit mit einem finanziell unattraktiven Angebot eine Mehrheit erreichen, ohne eine angemessene Kontrollprämie zu bezahlen. Das wirft Fragen zum Übernahmerecht in Deutschland auf, das sich der Gesetzgeber vielleicht anschauen sollte", sagte der frühere Bundesbank-Präsident, der den Commerzbank-Aufsichtsrat seit gut drei Jahren anführt. Außerdem solle der Bund zumindest in der aktuellen Phase Aktionär der Commerzbank bleiben. "Die Beteiligung war Teil einer Rettungsmaßnahme, deshalb sollte sich der Bund perspektivisch zurückziehen", sagte Weidmann. "In der aktuellen Phase macht es aber Sinn, dass der Bund weiter Aktionär bleibt, um die Interessen des Standorts Deutschland aktiv zu vertreten", sagte Weidmann. Der Bund ist seit der Finanzkrise an der Commerzbank beteiligt. Als der Bund vor zwei Jahren einen Teil verkaufte, nutzte Unicredit dies zum Einstieg. Zuletzt hatte auch Unicredit-Chef Andrea Orcel gesagt, es könne hilfreich sein, wenn der Bund für einige Zeit an Bord bleibt. Zugleich warnte Weidmann vor möglichen Einschnitten bei der Commerzbank im Inland. Um nach dem Plan von Unicredit binnen zwölf Monaten 1,3 Milliarden Euro Kosten einzusparen, müsse auch in Deutschland massiv reduziert werden. Weidmann bot Unicredit-Chef Andrea Orcel Gespräche an. "Die Tür für strategische Gespräche ist aus unserer Sicht geöffnet", sagte er. Nach der langen und aus seiner Sicht nicht immer konstruktiven Übernahmeschlacht müsse zunächst wieder Vertrauen entstehen. "Der sprichwörtliche Blick zurück im Zorn ist sicher nicht hilfreich". Zuletzt gab es zwar erste Gespräche zwischen Unicredit-Chef Andrea Orcel und Bettina Orlopp, allerdings offenbar nur auf einer technischen Ebene. Orcel hatte durchblicken lassen, dass er ernsthafte Verhandlungen mit dem Management nicht mehr für nötig hält und stattdessen direkt mit der Bundesregierung sprechen möchte. In diesem Ringen stärkt Weidmann Vorstandschefin Orlopp den Rücken. Ihrem Vorstand verdanke die Commerzbank ihren wirtschaftlichen Erfolg, die hohe Motivation der Belegschaft und die Kundenzufriedenheit; der Aufsichtsrat unterstütze das Management uneingeschränkt. Ob er selbst über das Ende seiner jetzigen Amtszeit im Mai 2027 hinaus zur Verfügung stehe, ließ Weidmann offen. Ihn treibe die Zukunft der Commerzbank um, nicht seine persönliche Zukunft. © dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
NEWS25-Meldung vom 23.08.2026 - 16:57 Uhr
Andere News
Friedrich Merz besucht Waldbrandgebiet: Bekommen wir jetzt den Klimakanzler?
Bodensee: Pegel erreicht neues Jahrestief – Baden wird zur Schlammschlacht
UV-Strahlung: Warum mehr Sonne in Mitteleuropa zum Problem für die Haut wird
Jeffrey Epstein: Sie waren seine Opfer – und suchten neue Frauen für ihn
Russland: Die Angst vor einer neuen großen Mobilmachung der Armee wächst
| ||