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Finanzmärkte aktuell:

Bruttoinvestitionen des Staates steigen deutlich


Euroscheine (Archiv) / Foto: via dts Nachrichtenagentur

 

Der deutsche Staat hat im letzten Jahr deutlich mehr investiert als in den Jahren zuvor. Die Bruttoinvestitionen des Staates beliefen sich im Jahr 2025 auf 147,5 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag mitteilte. Das waren 12,3 Prozent oder 16,2 Milliarden Euro mehr als im Jahr 2024 - der höchste Anstieg der staatlichen Investitionen seit dem Jahr 2000.

Im Jahr 1999 hatte es aufgrund statistischer Effekte im Zusammenhang mit der Bahnreform und der Ausgründung von Töchtern der Deutschen Bahn einen etwas höheren Anstieg gegeben (+14,0 Prozent). Grund für den deutlichen Anstieg 2025 war die starke Zunahme der staatlichen Ausrüstungsinvestitionen, zu denen auch Rüstungsgüter zählen.

Bereits in den Jahren vor 2025 hatten die Bruttoinvestitionen in jeweiligen Preisen (nominal) deutlich zugenommen: 2024 waren sie im Vergleich zum Vorjahr um 9,3 Prozent gestiegen, 2023 um 4,2 Prozent und 2022 um 9,0 Prozent.

Im 1. Quartal 2026 schwächte sich die Entwicklung etwas ab: Die Bruttoinvestitionen erhöhten sich um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Die Bruttoinvestitionen sind nicht nur nominal gestiegen, sie haben auch einen größeren Anteil an den Staatsausgaben insgesamt. Im Jahr 2025 machten sie 6,5 Prozent der Staatsausgaben aus, 2024 waren es 6,1 Prozent und 2023 beliefen sie sich auf 5,9 Prozent. Die Bruttoinvestitionen des Staates stiegen somit in den letzten beiden Jahren stärker an als die Staatsausgaben insgesamt. Im 1. Quartal 2026 lag der Anteil der staatlichen Bruttoinvestitionen an den Staatsausgaben insgesamt bei 5,0 Prozent.

Im Jahr 2025 haben sich die einzelnen Komponenten der staatlichen Bruttoanlageinvestitionen unterschiedlich entwickelt. Der deutliche Gesamtanstieg ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die staatlichen Ausrüstungsinvestitionen mit +47,7 Prozent im Vergleich zu 2024 stark zunahmen. Das ist auch auf Mehrausgaben für militärische Waffensysteme und sonstige Beschaffungen der Bundeswehr zurückzuführen. Zum Vergleich: 2024 hatten die staatlichen Ausrüstungsinvestitionen gegenüber dem Vorjahr um 7,6 Prozent zugenommen.

Dagegen entwickelten sich die staatlichen Bauinvestitionen mit +2,0 Prozent im Vergleich zu 2024 deutlich schwächer als in Vorjahren. 2024 hatten sie im Vorjahresvergleich um 10,2 Prozent zugelegt, 2023 um 8,9 Prozent und 2022 um 9,9 Prozent. Allerdings ist hier zu berücksichtigen, dass die Baupreise in den Jahren von 2022 bis 2024 ebenfalls kräftig gestiegen waren. Die staatlichen Investitionen in sonstige Anlagen (vor allem Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie Software) nahmen im Jahr 2025 um 5,2 Prozent zu, nach Anstiegen in den Vorjahren von 6,7 Prozent (2024) und 1,0 Prozent (2023).

Im 1. Quartal 2026 nahmen die Ausrüstungsinvestitionen des Staates weiter kräftig zu (+10,7 Prozent), die sonstigen Anlagen des Staates wuchsen um 3,8 Prozent. Dagegen sanken die staatlichen Bauinvestitionen um 1,5 Prozent. Letzteres lag an der ungewöhnlich kalten Witterung im Januar und Februar, die den Baufortschritt bremste.

Die staatlichen Bruttoanlageinvestitionen machten im Jahr 2025 knapp ein Sechstel (16,3 Prozent) der gesamten Bruttoanlageinvestitionen in Deutschland von 907,8 Milliarden Euro aus. Am deutlichsten fiel der staatliche Beitrag im Verhältnis zum privatwirtschaftlichen bei den Bauinvestitionen aus: Hier betrug der Anteil 17,2 Prozent. Bei den sonstigen Anlagen lag er bei 16,5 Prozent, bei den Ausrüstungen bei 14,7 Prozent.

Der Anteil der Bruttoinvestitionen des Staates am Bruttoinlandsprodukt lag im Jahr 2025 hierzulande bei 3,3 Prozent. Trotz des deutlichen Anstiegs der staatlichen Bruttoinvestitionen lag Deutschland damit im europäischen Vergleich sowohl unter dem Durchschnitt des Euroraums (EA20) von 3,7 Prozent als auch unter dem der Europäischen Union (EU) von 3,9 Prozent. Einen besonders niedrigen Wert wies beispielsweise Irland (2,7 Prozent) auf. In den Niederlanden (3,5 Prozent), Italien (3,8 Prozent), Österreich (3,9 Prozent), Frankreich (4,5 Prozent) und Polen (5,4 Prozent) lag die Quote über der in Deutschland. Estland stand mit einem Anteil der Investitionen in Höhe von 7,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes an der Spitze der 27 EU-Mitgliedstaaten.

© dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

 

NEWS25-Meldung vom 29.06.2026 - 08:10 Uhr

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