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Finanzmärkte aktuell:

Unternehmen sparen an Reinigungen


Reinigungskraft in einer U-Bahn-Station (Archiv) / Foto: via dts Nachrichtenagentur

 

Die Energie- und Wirtschaftskrise hinterlässt im wahrsten Sinne des Wortes Spuren: Um Geld zu sparen, lassen zwei Drittel der Unternehmen und Betriebe in Deutschland ihre Räume weniger häufig putzen als früher. Das geht aus einer internen Umfrage der Gebäudereiniger-Innung hervor, über die die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" berichten.

Demnach verzeichnen 49 Prozent der befragten Unternehmen "einen spürbaren Rückgang" von Kunden beziehungsweise Kundenaufträgen. Ein noch größerer Anteil (65 Prozent) berichtet von einer Leistungsreduktion durch die Kunden. Die Branchen, die im Bereich der gewerblichen Reinigung am meisten sparen, sind die Industrie sowie Büro/Verwaltung mit jeweils 26 Prozent. Es folgen Handel und Einzelhandel mit 21 Prozent.

In den letzten Monaten mussten 29 Prozent der Unternehmen auch aufgrund der schlechten Auftragslage bereits Mitarbeitende betriebsbedingt entlassen. Für das laufende Geschäftsjahr gehen sogar 41 Prozent von einem solchen Schritt aus.

Die hohen Spritpreise schlagen in der Branche voll durch, denn die Gebäudereinigung ist dezentral organisiert und auf Mobilität angewiesen. 88 Prozent der Unternehmen gaben an, unter den stark gestiegenen Mobilitätskosten zu leiden.

Seit 2019 erhebt der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) zweimal im Jahr die Stimmung in der Branche, und die ist in diesem Frühjahr ausgesprochen schlecht. Lediglich 16 Prozent der befragten Unternehmen blicken mit einer positiven Prognose auf das Geschäftsjahr, das ist ein Minus um drei Prozentpunkte im Vergleich zum Herbst. Die Hälfte geht von gleichbleibenden Geschäften aus. 34 Prozent blicken mit negativen Erwartungen auf 2026. In Summe ist das den Angaben zufolge das pessimistischste Stimmungsbild seit Beginn der BIV-Konjunkturerhebungen.

Der Ausblick auf 2027 bleibt kritisch, das gilt auch für die Wahrnehmung der Regierung von Kanzler Friedrich Merz (CDU). Auf der "Zufriedenheitsskala" von 1 bis 10 erreicht die Bundesregierung lediglich 3,7 Punkte. Ein Grund: Die Innung will schnelle Änderungen bei den Sozialbeiträgen.

"Die Vorschläge für unser Gesundheitssystem liegen seit März vor, im Juni folgen die Reformideen für die Rente. Dann ist die Bundesregierung gefordert, konsequent und zügig zu handeln", erklärte Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich. "Das Herzstück liegt in der strukturellen Reform der Sozialversicherungssysteme. Von diesem Gelingen hängt die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts entscheidend ab - übrigens auch die Glaubwürdigkeit dieser Bundesregierung."

© dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

 

NEWS25-Meldung vom 12.04.2026 - 00:00 Uhr

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