Mittwoch, 21. Januar 2026
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Telefonische Krankschreibung: SPD warnt vor Generalverdacht
Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, hat die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung gegen Kritik aus der Union verteidigt. "Die telefonische Krankschreibung ist kein `Freifahrtschein`, sondern eine eng begrenzte, ärztlich verantwortete Regelung für leichte Erkrankungen", sagte Pantazis den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben). "Wer krank ist, soll sich auskurieren können - und wer das System stabil halten will, muss Krankheiten verhindern, nicht Kranke unter Generalverdacht stellen." Die telefonische Krankschreibung sei dafür ein "vernünftiges Instrument im Werkzeugkasten - eng geregelt, ärztlich verantwortet und praxistauglich". Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte kritisiert, der Krankenstand in Deutschland sei zu hoch. Merz stellte deswegen die Möglichkeit infrage, telefonisch und ohne Praxisbesuch eine Krankschreibung bekommen zu können. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) erklärte daraufhin, die Regelung zur telefonischen Krankschreibung zu überprüfen. Im Koalitionsvertrag sei vereinbart, die telefonische Krankschreibung so zu verändern, dass Missbrauch ausgeschlossen sei, sagte Pantazis. Dazu stehe die SPD. "Wer jetzt jedoch reflexhaft die telefonische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zum Sündenbock macht, verwechselt Symptom und Ursache", kritisierte der Gesundheitspolitiker. "Die Treiber sind seit Jahren gut bekannt: Atemwegswellen, psychische Belastungen, Muskel-Skelett-Erkrankungen, teils Arbeitsverdichtung und ein hoher Anteil an Tätigkeiten mit körperlicher/psychischer Beanspruchung." Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Janosch Dahmen, sagte, es gebe "keine seriösen Daten", dass Menschen in Deutschland überdurchschnittlich häufiger krank seien als Menschen in anderen OECD-Staaten. "Die Einführung der telefonischen Krankschreibung ist nicht die Ursache für den Anstieg an Krankheitstagen", sagte Dahmen der Funke-Mediengruppe. "Vielmehr ist dies auf die Digitalisierung der Erfassung und damit überwiegend auf einen statistischen Effekt zurückzuführen." Die telefonische Krankschreibung sei ein sinnvolles Instrument: "Sie entlastet Arztpraxen, reduziert unnötige Arztkontakte und schützt gerade in der Erkältungs- und Grippesaison vor Ansteckungen im Wartezimmer", sagte der Grünen-Politiker. "Wer das zurückdreht, macht die Versorgung teurer, schlechter und bürokratischer." © dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
NEWS25-Meldung vom 21.01.2026 - 01:00 Uhr
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