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Finanzmärkte aktuell:

Kritik an Merz wegen zurückhaltender Venezuela-Äußerung


Friedrich Merz (Archiv) / Foto: via dts Nachrichtenagentur

 

Nach den zurückhaltenden Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zu den US-Angriffen auf Venezuela wirft die Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner dem Kanzler Appeasement gegenüber US-Präsident Donald Trump vor. Auch von SPD und FDP gibt es Kritik.

"Die Bundesregierung und Europa müssen endlich eine klare Sprache gegenüber Trump finden", sagte Brantner dem "Spiegel". "Die Äußerungen von Friedrich Merz zeugen fast von Realitätsverweigerung und dem Wunsch, Trump zu appeasen." Zwar sei, so die Grünen-Chefin, Maduro ein "übler Diktator", aber "sein Land angreifen ohne jede Rechtsgrundlage und dann vor laufender Kamera verkünden, dass man sich nun die Ölvorräte Venezuelas unter den Nagel reißen will - das ist ein Stück aus dem Lehrbuch des Imperialismus".

"Die völkerrechtliche Lage ist nicht komplex. Die Bundesregierung und die Europäische Kommission müssen diesen Völkerrechtsbruch klar benennen", sagte der EU-Abgeordnete und SPD-Rechtspolitiker René Repasi dem "Spiegel". Wenn man es hinnehme, dass die Starken über dem Völkerrecht stehen, "ist das das Ende der regelbasierten Weltordnung und der Rückfall in das 19. Jahrhundert". Dabei könne die Rechtsgemeinschaft Europa nicht schweigend zuschauen.

"Der Kanzler sollte sich die Zeit nehmen, zu überlegen, wenn er die Lage als zu komplex empfindet", sagte Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Vorsitzende des EU-Verteidigungsausschusses, dem "Spiegel". "Er könnte aber auch vorschlagen, dass in Venezuela, im Interesse der Menschen und ihrer Sehnsucht nach Rechtsstaatlichkeit und einem freien Leben, sofortige Neuwahlen auf den Weg gebracht werden sollten, um zu einer legitimen Staatsführung zurückzukehren."

Michael Gahler (CDU), außenpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion im EU-Parlament, sagte dem "Spiegel": "Natürlich ist der Sturz des illegitimen Herrschers Maduro eine gute Nachricht. Dass die US-Regierung aus purem Eigeninteresse und faktischer Stärke handelt, dass sie offenbar eine Welt in Einflusssphären aufteilen will, ist ebenso natürlich eine schlechte Nachricht." Dies ermutige auch undemokratische und brutale Machthaber, es ihr gleichzutun.

© dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

 

NEWS25-Meldung vom 04.01.2026 - 16:05 Uhr

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