Sonntag, 31. August 2025
NEWS25
HOME   POLITIK   WIRTSCHAFT   SPORT   ETC.   NET-NEWS   ARCHIV   

Meistgelesene Nachrichten

Piastri gewinnt Formel-1-Rennen in den Niederlanden
1. Bundesliga: Kombinationsstarkes Leipzig schlägt Heidenheim
Lohnentwicklung zwischen Ost und West geht weiter auseinander
Zentrale für politische Bildung beklagt ostdeutsche "Opferrolle"
Arbeitsministerin Bas ordnet Nullrunde beim Bürgergeld in 2026 an
Hotelier befürchtet schwere Einbußen beim Deutschlandtourismus
SPD will gegen Missbrauch beim Bürgergeld vorgehen
Studie: Gaspreise sinken auf tiefsten Stand des Jahres
Linnemann: Steuererhöhungen wird es nicht geben
Linke kritisiert Merz-Äußerung zur Wehrpflicht für Frauen

Newsticker

16:43++ EILMELDUNG ++ Piastri gewinnt Formel-1-Rennen in den Niederlanden
16:19EU-Migrationskommissar fordert große Reform des Asylwesens
15:54Linnemanns Vorstoß für weniger Staatsdiener stößt auf Kritik
15:322. Bundesliga: Fürth schlägt Magdeburg in torreicher Partie
15:18Verkehrsforscher für Sperrung des Chaos-Abschnitts der A100
14:25Söder schließt Steuererhöhungen kategorisch aus
14:08Arbeitgeberverband will deutliche Ausgabenkürzung im Sozialsystem
13:44VfB Stuttgart verlängert Vertrag mit Josha Vagnoman bis 2028
12:54Von der Leyen sichert Polen Unterstützung bei Grenzschutz zu
12:06Linnemann pocht auf neue Aktivrente ab 2026
11:19Gesamtmetall drängt auf tiefgreifende Sozialstaatsreformen
10:10Linke kritisiert Bas wegen Nullrunde beim Bürgergeld
09:38SPD will gegen Missbrauch beim Bürgergeld vorgehen
09:08Merkel plant Auftritt im Forschungsministerium
08:38SPD unterstützt Merz-Aussage zur Wehrpflicht für Frauen

Börse

Zum Wochenausklang hat der Dax nachgelassen. Der Index wurde zum Xetra-Handelsschluss mit 23.902 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nach einem schwachen Start erholte sich der Dax im Tagesverlauf. [Weiter...]

Finanzmärkte aktuell:

Zentrale für politische Bildung beklagt ostdeutsche "Opferrolle"


Thomas Krüger (Archiv) / Foto: über dts Nachrichtenagentur

 

Der scheidende Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, hat anlässlich seines Abschieds eine zunehmende Opferrolle der Ostdeutschen beklagt. "Ein Grund ist, dass viele in den Auseinandersetzungen mit Ostdeutschland oft sehr schnell mit Urteilen um die Ecke kommen und sagen: So sind die Ostdeutschen - rechts oder menschenfeindlich zum Beispiel", sagte Krüger dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Sonntagausgaben). "Oft sind diese Darstellungen falsch und wirken daher kränkend."

Krüger fügte hinzu: "Auf der anderen Seite nervt es mich mittlerweile gewaltig, dass den Ostdeutschen immer öfter eine Opferrolle zugewiesen wird oder sie sich selbst zuweisen. Tatsächlich sind die Ostdeutschen nämlich äußerst vielfältig - so wie auch die DDR vielfältig war."

Es werde übersehen, dass es queere, marginalisierte, kluge und weniger kluge Leute in Ostdeutschland - genau wie in Westdeutschland.

"Deshalb gilt es heute, die Ostdeutschen herauszufordern, damit sie die Karten auf den Tisch legen und über eigene Stärken und Schwächen sprechen, ohne das eine stark zu machen und das andere zu übertünchen", so Krüger. "Dafür braucht es couragierte Ostdeutsche, die das Heft des öffentlichen Diskurses in die Hand nehmen."

Krüger mahnte zudem, Ostdeutschland weniger mit Westdeutschland als mit anderen mittel- und osteuropäischen Staaten zu vergleichen. "Wäre Ostdeutschland ein eigener Staat, dann müssten wir noch viel stärker nach Mittel- und Osteuropa gucken als jetzt und schauen, wie sich da postkommunistische Gesellschaften entwickeln", sagte er dem RND. "Da gibt es sehr viele Ähnlichkeiten. Gerade unter jüngeren Leuten sieht man durch die Freizügigkeit und Mobilität sehr viel mehr Dynamik als bei den mittleren und älteren Generationen. Und auch wenn die Zustimmung zu rechtspopulistischen Parteien in osteuropäischen Gesellschaften groß ist, kann man sie nicht in eine Ecke stellen. Da ist genauso viel Veränderungsbereitschaft zu sehen."

Krüger rief zum Schluss seiner Amtszeit zu mehr wechselseitiger Toleranz in der Demokratie auf. "Für mich ist Demokratie eine Veranstaltung, in der man ungestraft anderer Meinung sein kann - solange rote Linien beachtet werden", sagte Krüger dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Diese roten Linien schreibt uns das Grundgesetz ins tägliche Aufgabenheft. Menschenfeindlichkeit, Verachtung von Menschenrechten, Homophobie - solche Positionen überschreiten die roten Linien."

Auf die Frage, warum die Fähigkeit, andere Meinungen auszuhalten, heute oft so unterentwickelt sei, antwortete Krüger: "Es könnte sein, dass wir der Demokratie zu viel abverlangt haben an Empowerment und Sichtbarkeit für alle möglichen Formen von Benachteiligung und Marginalisierung. Daraus ist möglicherweise eine Überforderung von Menschen entstanden, die auf die Demokratie zurückwirkt."

Heute bänden sich viele an bestimmte gesellschaftliche Gruppen, die sich abstoßend gegenüber anderen Gruppen positionieren, so Krüger: "Dazu gehören Formen von Disziplinierung derjenigen, die zu einer Gruppe gehören und von dieser Gruppe abweichende Meinungen äußern." Diese Entwicklung sei für die Demokratie problematisch, warnte der langjährige Bundeszentralen-Chef. "Denn es kommt darauf an, freie und offene Diskurse auszuhalten. Familienangehörige, Freunde oder Nachbarn müssen anderer Meinung sein können als man selbst, ohne dass man nachtragend wird", so Krüger.

Krüger wurde selbst in Thüringen geboren, scheidet an diesem Sonntag aus dem Amt und wird am Freitag nach 25-jähriger Amtszeit offiziell in den Ruhestand verabschiedet.

© dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

 

NEWS25-Meldung vom 31.08.2025 - 00:00 Uhr

Loading...


  Andere News


   © news25 2024 | Impressum, Datenschutzerklärung