Freitag, 26. Juni 2026
| |||
| |||
|
Meistgelesene Nachrichten Newsticker
Der Dax ist am Freitag mit deutlichen Abschlägen in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Um kurz nach 9:30 Uhr wurden 24.810 Punkte für den Leitindex berechnet, das waren 0,7 Prozent weniger als bei Vortagesschluss. [Weiter...] Finanzmärkte aktuell:
|
Unternehmensnachfolge: Interesse so gering wie noch nie
Kurz vor dem Ruhestand stehenden Unternehmern fällt es immer schwerer, eine geeignete Nachfolgelösung für ihren Betrieb zu finden. Das geht aus dem neuen Report Unternehmensnachfolge der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) hervor, über den die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten. Für die Erhebung wurden rund 24.000 Kontakte der deutschen Kammern aus dem vergangenen Jahr ausgewertet. Demnach kamen auf 6.792 Senior-Chefs auf Nachfolgesuche nur noch 2.017 Interessenten. Das sei ein historisches Tief seit Beginn der Statistik im Jahr 2007, so die DIHK. Vor allem in den östlichen Bundesländern (mit Berlin) ist die Suche herausfordernd: Dort kommen auf einen Interessenten fast vier Firmen, die auf Nachfolgesuche sind. Im Westen liegt das Verhältnis bei 3,2 zu 1, in Gesamtdeutschland bei 3,37 zu 1. Weil niemand übernehmen will, denkt dem Report zufolge gut ein Viertel der Senior-Chefs darüber nach, einfach zu schließen. Hochgerechnet auf sämtliche Inhaber ab 60 Jahren könnten in den kommenden fünf Jahren etwa eine Viertelmillion Unternehmen von solchen Schließungen betroffen sein, so die Kammer. DIHK-Präsident Peter Adrian nannte die neuen Zahlen "einschneidende Entwicklungen für den Standort Deutschland". "Immer mehr Unternehmen - gerade kleine und mittlere - verschwinden so und hinterlassen Lücken in Wirtschaft und Gesellschaft", erklärte er. Im Gespräch mit den Funke-Zeitungen bemängelte Adrian zudem den öffentlichen Ansehensverlust von Unternehmern. "Wenn ich sonntags den ‚Tatort‘ schaue, wird der Firmenchef dort eher als schräg oder dubios dargestellt", sagte er. Der Ökonom Marcel Fratzscher sagte mit Blick auf die Studie, es sei für Deutschland gesamtwirtschaftlich nicht problematisch, wenn einige Unternehmen schließen, weil keine Nachfolge gefunden wurde. "Seit längerer Zeit wollen immer weniger junge Menschen sich selbstständig machen und die damit verbundenen Risiken eingehen. Zudem wollen immer mehr Selbstständige ihre eigenen Ideen verfolgen und nicht lediglich ein bestehendes Unternehmen übernehmen", so der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Um mehr junge Leute für eine Nachfolge zu bewegen, sei es an den Unternehmern selbst, ihren Betrieb so aufzustellen, dass dieser attraktiv genug sei, um das damit verbundene unternehmerische Risiko einzugehen. © dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
NEWS25-Meldung vom 06.12.2023 - 09:27 Uhr
Andere News
Volkswagen: Kann VW wirklich 100.000 Jobs streichen? Vier Szenarien
Mercedes-Benz muss sparen und will 35-Stunden-Woche kippen
Künstliche Intelligenz: Wie der SPIEGEL KI in der Redaktion einsetzt
Türkei: Lange Haftstrafen im Prozess um vergiftete Hamburger Familie
Paris und die Hitzewelle: Wenn der Louvre die letzte Zuflucht ist
| ||