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Der Dax ist am Dienstag nach einem bereits schwachen Start bis zum Mittag weiter im roten Bereich geblieben. Gegen 12:30 Uhr wurde der deutsche Leitindex mit 25.140 Punkten berechnet, ein Minus von 0,7 Prozent im Vergleich zum Schlussniveau des vorherigen Handelstags. An der Spitze der Kursliste rangierten FMC, Qiagen und Eon, am Ende Siemens, Vonovia und Hochtief. [Weiter...]

Finanzmärkte aktuell:

Piper-Chefin: "Kulturgut Lesen vom Aussterben bedroht"


Leser mit Büchern / Foto: über dts Nachrichtenagentur

 

Kurz vor der diesjährigen Frankfurter Buchmesse hat Piper-Verlegerin Felicitas von Lovenberg vor einem Aussterben des "Kulturgutes Lesen" gewarnt. "Uns allen brechen die Leser weg. Noch 2012 hat sich jeder Mensch hierzulande statistisch gesehen mindestens einmal pro Jahr ein Buch gekauft. Diese Reichweite hat sich praktisch halbiert", sagte Lovenberg dem "Handelsblatt" (Montagsausgabe).

Es gehe "gar nicht mehr so sehr um die Frage Papier oder digital, sondern um die Vermittlung von Inhalten, von Wissen generell". Das Buch verlange "einen Leser, der bereit ist, sich in einen Stoff zu versenken". Dagegen spreche heute schon der chronische Druck, "dem jeder von uns unterliegt, alle zehn Minuten Mails und Messages checken zu müssen". Smartphones lockten die Menschen "in eine Abhängigkeit bis hin zur Sucht", so Lovenberg. "Insofern müssten wir Verlage da eigentlich eine viel größere Allianz schmieden." Auf die Frage, ob die Digitalisierung nicht auch helfen könnte, warnte Lovenberg vor zu viel Optimismus: "Ganz ehrlich: In den vergangenen Jahren haben viele Verlage in digitale Geschäftsfelder Unsummen von Geld investiert, das sie eher nicht mehr wiedersehen werden. Und diese Erkenntnis ereilt uns zu einem Zeitpunkt, da wir merken: Käufer und Leser kommen uns in erschreckendem Maß abhanden", so die Verlagschefin. "Uns geht es also nicht mehr so sehr um die Frage: Auf welchen Kanälen wollen die Leute lesen? Das bedienen wir alles. Es geht vielmehr darum, das Kulturgut Lesen vorm Aussterben zu bewahren." Lovenberg, die bis 2016 Literatur-Chefin der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" war, sieht aber auch in der deutschen Literaturkritik keine Hilfe: "Sie gefällt sich oft in einer Nische. Nur: Wenn drum herum nichts mehr ist, verschwindet auch die Nische irgendwann." Ebenso kritisierte sie das Prozedere des Deutschen Buchpreises: "Dort werden – anders als beim großen Vorbild, dem britischen Booker Prize – oft vor allem schwergängige Werke nominiert. Schon die Shortlist ist dann so anspruchsvoll, dass viele Buchhändler die Titel kaum mehr bestellen, weil sie dafür kaum Käufer finden." Lovenbergs Fazit: "Kein Land vergibt so viele Literaturpreise wie Deutschland – und schafft es dabei so ausdauernd, den Lesern die Freude zu verderben."

© dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

 

NEWS25-Meldung vom 08.10.2017 - 17:17 Uhr

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