Sonntag, 18. Oktober 2026
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Becker: "Wer auf Döpfner und Merz zielt, muss bewaffnet sein"
Funke-Verlegerin Julia Becker hat die Veröffentlichung des Wettbewerbers "Redaktionsnetzwerk Deutschland" über ein Treffen zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner scharf kritisiert. In dem am Mittwoch veröffentlichten Podcast des stellvertretenden "Bild"-Chefs Paul Ronzheimer warf sie den Kollegen vom RND vor, mit nicht verifizierten Zitaten leichtfertig die Glaubwürdigkeit des Journalismus aufs Spiel gesetzt zu haben. In einem in der letzten Woche veröffentlichten Podcast des RND war behauptet worden, Döpfner habe Merz mit den Worten "Das werden Sie noch bereuen" bedroht, nachdem dieser angeblich eine Aufforderung Döpfners zum Aufweichen der sogenannten "Brandmauer" abgelehnt habe. Die RND-Redaktion ruderte später zurück und räumte ein, die Zitate hätten nicht verbreiten werden dürfen. Der Springer-Verlag sprach von "Lüge", die Bundesregierung von "absurden Gerüchten". Aber: Regierungssprecher Stefan Kornelius bestätigte ein Treffen zwischen Merz und Döpfner im Frühjahr, außerdem hatte Merz nach einer Vorstandssitzung gesagt, er sei von "einzelnen Verlagshäusern dazu aufgefordert" worden, "eine andere Mehrheit im Bundestag" zu suchen, was er nicht tun werde. Regierungssprecher Kornelius hatte der dts Nachrichtenagentur diesbezüglich auf Anfrage am Freitag gesagt, es gebe "keinen Zusammenhang" zwischen dem Treffen mit Döpfner und dem Zitat. Funke-Verlegerin Becker zeigte dementsprechend kein Verständnis, dass das RND das Gerücht öffentlich gemacht hatte: "Wenn du auf Döpfner und Merz zielst, da musst du, finde ich, schon bewaffnet sein, und ansonsten lässt du es lieber bleiben", sagte sie im Ronzheimer-Podcast. Der Schaden, der entstanden sei, wiege schwer: "Der zahlt auf unser aller Glaubwürdigkeit ein und Glaubwürdigkeit ist die für mich allerwichtigste Ressource, die wir in unserer Zeit noch haben. Und die wurde hier leichtfertig verspielt." Die Verlegerin warf Medien und Journalisten zugleich vor, in der Vergangenheit zu oft die Nähe zu Politikern gesucht zu haben. Sie selbst halte strikte Distanz: "Ich hatte immer ein Störgefühl, dass Politik und Medien, für mein Gefühl, an einander gegenüberliegenden Seiten des Tisches sitzen. Und diese Kungelei oder das Selbstverständnis von `wir sind auch privat alle gut befreundet` - (das schafft) viel zu große Nähe." © dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
NEWS25-Meldung vom 08.07.2026 - 11:52 Uhr
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