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Wagenknecht will AfD mit wechselnden Mehrheiten miteinbeziehen


Sahra Wagenknecht (Archiv) / Foto: via dts Nachrichtenagentur

 

BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht hat sich dafür ausgesprochen, mit wechselnden Mehrheiten zu regieren und dabei die AfD miteinzubeziehen.

"Wir wollen einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der das Land wieder zusammenführt", sagte Wagenknecht dem TV-Sender "Welt" am Dienstag. "Allerdings, und das ist gar keine neue Position, wir lehnen diese Brandmauer ab. Sie ist völlig idiotisch, sie ist auch gescheitert", behauptete sie. "Selbstverständlich kann man eine Partei, die von 30, 40 Prozent der Wähler gewählt wird, nicht dauerhaft ausgrenzen. Das ist zutiefst undemokratisch, egal wie man zu den Positionen dieser Partei steht."

Gesucht werde ein überparteilicher Ministerpräsident, einer, der das Land nicht polarisiere. Sie finde nur, dass der dann mit einem möglichst kompetenten Kabinett und wechselnden Mehrheiten regieren sollte, auch unter Einbeziehung der AfD.

Wenn man in einer Demokratie leben wolle, dann müsse man ernst nehmen, dass so viele Menschen eine Partei wählen, so Wagenknecht. Man könne dieses Spiel weiterspielen und alle Parteien jenseits der AfD in einer neuen Brandmauer-Koalition zusammenfassen. "Die geht dann von der CDU bis zu den Linken, um noch einmal eine Wahlperiode die AfD von der Macht fernzuhalten. Spätestens in der nächsten Wahlperiode hat sie dann die absolute Mehrheit", so Wagenknecht. "Das ist eine völlig idiotische Politik, weil sie auch eine Arroganz gegenüber dem Wähler verkörpert."

Die Idee einer Expertenregierung mit AfD-Beteiligung hält Wagenknecht für den demokratisch gerechten Versuch, die AfD zwar politisch mitregieren zu lassen, ihr aber dennoch nicht zu viel Macht zu überlassen. Etwa die Hälfte der Wähler wolle keinen CDU-Ministerpräsidenten, mindestens die Hälfte. Und auch ihr Wahlziel sei, dass in Sachsen-Anhalt der CDU-Ministerpräsident abgewählt wird, auch mit Blick auf den Bund, weil das die Chance erhöhe, dass auch die Regierung Merz vorfristig zu Ende geht. "Und das wäre gut für Deutschland. Aber die andere Hälfte der Wähler möchte auch keinen AfD-Ministerpräsidenten. Auch das muss man ernst nehmen. Wir haben da eine extreme Polarisierung. Und aus dieser Polarisierung könnte ein überparteilicher Kandidat tatsächlich ein Ausweg sein. Und deswegen haben wir das vorgeschlagen. Ich finde das sehr vernünftig."

Jeder wisse, dass es in der AfD "schräge Vögel" gebe. Trotzdem würden die Wähler diese Partei wählen, sagte die BSW-Gründerin. "Ich muss das respektieren. Ich kann mich darüber aufregen; ich kann das nicht schön finden. Ich finde auch schöner, wenn das BSW die 42 Prozent hätte", so Wagenknecht. "Aber die Realität ist so, wie sie ist. Und ich finde, alle Parteien - und gerade die, die sich immer als die großen Demokraten geben - sollten doch begreifen, dass der Kern von Demokratie ist, dass man das Votum von Wählern ernst nimmt."

© dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

 

NEWS25-Meldung vom 02.06.2026 - 19:23 Uhr

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