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TUI Cruises verteidigt Orientreise


Bojen im Meer (Archiv) / Foto: via dts Nachrichtenagentur

 

Der Kreuzfahrtreiseanbieter TUI Cruises verteidigt die Orientreise mit zwei Schiffen, die nach Ausbruch des Irankriegs über Wochen in der umkämpften Meerenge des Persischen Golfs festsaßen. "Bis zum Ausbruch des Irankriegs gab es definitiv keinerlei Reisewarnungen für die Region", sagte Unternehmenschefin Wybcke Meier dem Magazin "Capital".

Außenminister Johann Wadephul (CDU) hatte nach Ausbruch des Krieges Ende Februar zunächst wenig Verständnis für Urlauber in der Region gezeigt und erklärt, es habe schon Wochen vorher Warnungen gegeben. Auf entsprechende Vorwürfe reagiert die TUI-Cruises-Chefin scharf: "Leichtsinnig sind wir mit Sicherheit nicht, das weise ich entschieden zurück. Wir gefährden doch nicht unsere Passagiere, unsere Crew und unsere Schiffe." In der ganzen Region seien jedes Jahr knapp drei Millionen Reisende unterwegs. "Zwei Wochen vor den Angriffen hatten wir eine Delegation in der Region, diese Eskalation war für uns nicht absehbar", so Meier. "Hätte es Anzeichen für eine Gefahrenlage gegeben, hätten wir sofort woanders hinfahren können - durchaus ein Vorteil unserer Schiffe gegenüber den Hotels vor Ort", so Meier.

Die beiden Kreuzfahrtschiffe "Mein Schiff 4" und "Mein Schiff 5" lagen bei Ausbruch des Irankriegs mit 5.000 Passagieren und Crew im Persischen Golf. Nach 50 Tagen konnten beide Schiffe Mitte April bei einer nur wenige Stunden anhaltenden Waffenruhe und Öffnung aus der Meerenge von Hormus befreit werden. Das ist bislang nur wenigen Schiffen gelungen.

In der Spitzenzeit hätten 50 Mitarbeiter im Krisenteam von TUI Cruises gearbeitet, so Meier. Crew und Passagieren sei vom ersten Tag an auch psychologische Betreuung angeboten worden. "Wir haben versucht, alles möglich zu machen, und letztlich auch alle Passagiere auf unsere Kosten ausgeflogen." Neben den regulären Flügen habe das Unternehmen auch eigene Charterkapazitäten organisiert. "Wir haben niemanden stehen lassen."

Die beiden Schiffe seien letztlich mit einer Minimumbesatzung von jeweils 60 freiwilligen Crewmitgliedern aus der Meerenge von Hormus herausgefahren. Zuvor habe es dazu Verhandlungen mit der Internationalen Maritimen Organisation und mit allen Behörden in der Golfregion gegeben, um "auszuloten, ob unsere Seeleute aus humanitären Gründen freies Geleit bekommen", so Meier. Als die entsprechenden Freigaben vorlagen, konnten die Kapitäne die Leinen losmachen. "Wir sind nicht bedroht und nicht beschossen worden. Für die Passage gab es einen vorgegebenen und geprüften Wasserweg, an den wir uns gehalten haben." Mit den iranischen Behörden habe das Unternehmen zu keinem Zeitpunkt Kontakt gehabt, ein Schutzzoll für die Durchfahrt der Schiffe sei nicht gefordert und nicht gezahlt worden.

© dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

 

NEWS25-Meldung vom 26.05.2026 - 11:00 Uhr

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