Donnerstag, 10. September 2026
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EU will bei Lederproduktion nicht mehr gegen Waldrodungen vorgehen
Die Europäische Kommission will die EU-Entwaldungsrichtlinie, mit der die Abholzung von Wäldern verhindert werden soll, überarbeiten. Erklärtes Ziel ist, die damit verbundene Bürokratie um 75 Prozent zu senken, Kritiker sehen in den Vorschlägen eine Abschwächung des Rechtsakts. Zum einen will die EU das IT-System, mit dem die Einhaltung der Richtlinie dokumentiert wird, so überarbeiten, dass mit einer Sorgfaltspflichten-Erklärung mehrere Lieferungen abgedeckt werden können. Außerdem soll aktiver darüber aufgeklärt werden, dass sich die Rolle nachgelagerter Unternehmen in einer Lieferkette auf die passive Erfassung und Speicherung relevanter Informationen beschränkt. Leder soll künftig nicht mehr unter die Verordnung fallen. "Die Lederindustrie hat sich mit ihrer aggressiven Lobbyarbeit durchgesetzt", kommentierte Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH). "Rindsleder aus illegal gerodeten Gebieten etwa im Amazonas-Regenwald soll weiter für europäische Modeprodukte oder Autositze verarbeitet werden. Das reiht sich ein in eine Serie von Rückschlägen für den internationalen Waldschutz, darunter die mehrmalige Verschiebung des Geltungsbeginns der Verordnung sowie erleichterte Anforderungen an europäische Produzenten und Händler." Müller-Kraenner bezeichnete die EU-Entwaldungsverordnung als ein zentrales Instrument des "Green Deals". Sie habe bereits vor ihrer offiziellen Anwendung bei Unternehmen und in den Produktionsländern positive Wirkung gezeigt. "Lieferketten werden transparenter, Unternehmen investieren in entwaldungsfreie Praktiken und die Bekämpfung von Landraub und Zwangsarbeit. Das darf die EU-Kommission jetzt nicht aufs Spiel setzen", so der DUH-Geschäftsführer. "Wir fordern die entschlossene Durchsetzung der EU-Entwaldungsverordnung - ohne weitere Schwächungen und Verzögerungen." Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schätzt, dass zwischen 1990 und 2020 rund 420 Millionen Hektar Wald - eine Fläche größer als die EU - durch Entwaldung verloren gegangen sind. Der Verbrauch in der EU ist für etwa 10 Prozent der weltweiten Entwaldung verantwortlich. Soja, das vor allem als Tierfutter genutzt wird, und Palmöl machen mehr als zwei Drittel davon aus. Entwaldung verursacht Schätzungen zufolge etwa zehn bis 15 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen. © dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
NEWS25-Meldung vom 04.05.2026 - 16:24 Uhr
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