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Finanzmärkte aktuell:

Goldman-Sachs-Chef warnt vor Trennbanken-System in Europa

Der Chef der US-Bank Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, hat vor einem Trennbankensystem in Deutschland und Europa gewarnt. Mit Blick auf die Finanzstabilität "halte ich ein Trennbanken-Konzept für keinen guten Weg", sagte er im Interview mit der "Welt am Sonntag". Erst diese Woche hatte der Finanzausschuss des Bundestags einen Gesetzesentwurf gebilligt, der etwa eine Abtrennung von Handelsgeschäften auf eigene Rechnung vom Rest der Bank fordert.

In den USA wurde eine ähnliche Regelung, bekannt als Volcker-Rule, bereits eingeführt. Dies habe das System jedoch nicht sicherer gemacht, sagte Blankfein. "Die Regel löst keines der wirklichen Probleme. Im Gegenteil: Sie bringt neue Belastungen mit sich", sagte der Bankchef. "Ich kann Europa nicht empfehlen, die Volcker-Rule zu übernehmen." Befürworter eines Trennbankensystems argumentieren unter anderem damit, dass die Kreditinstitute durch eine Trennung kleiner und die Risiken für die Steuerzahler somit geringer würden. Blankfein überzeugt das jedoch nicht. Die Größe eines Instituts berge zwar gewisse Risiken, räumte er ein. "Aber Größe ist auch eine Art Versicherung. Wenn eine große Bank eine Milliarde Dollar verliert, ist sie deswegen nicht gleich pleite." Außerdem erlaube Größe auch eine stärkere Differenzierung, das die Risiken wiederum reduziere. "Und große Banken können hohe Kredite vergeben, was kleine Banken eben nicht können, weil die dieses Risiko nicht tragen können", ergänzte Blankfein. Aus Sicht des Goldman-Chefs wäre ein Finanzsystem mit kleineren Instituten nicht weniger anfällig für eine Systemkrise. "In einer Systemkrise wie 2008 haben alle Banken ein Problem. Wenn man aus vier Banken 40 Banken machen würde, hätten in so einer Situation eben 40 Banken ein Problem", sagte er der Zeitung. Gleichzeitig würden Lösungen eher noch schwieriger werden, weil die Branche unübersichtlicher wäre. "Welchen Vorteil sollte es also bringen, jede Bank in zehn Teile zu zerschlagen", so Blankfein.

© dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

 

NEWS25-Meldung vom 19.05.2013 - 02:00 Uhr

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