Dienstag, 25. September 2018
NEWS25
HOME   POLITIK   WIRTSCHAFT   SPORT   ETC.   NET-NEWS   ARCHIV   

Meistgelesene Nachrichten

DJV kritisiert Österreich: Verstoß gegen Pressefreiheit
Jüdische Repräsentanten entsetzt über "Juden in der AfD"
Polizei wegen Bedrohung von Pussy-Riot-Aktivisten eingeschaltet
Verkehrsminister setzt in 65 Metropolregionen auf Umtauschprämien
DAX im Minus - Neuling Wirecard legt kräftig zu
Land Berlin halbiert CO2-Emissionen früher als geplant
Bericht: Zusagen für Baukindergeld frühestens im März 2019
Viele Anwohner um den Hambacher Forst wechseln Stromanbieter
Ausbau von E-Ladesäulen kommt nur schleppend voran
Grüne wollen Klimaschutz im Grundgesetz verankern

Newsticker

16:23BSI-Präsident schlägt nach Hacker-Attacke auf RWE Alarm
16:22DJV kritisiert Österreich: Verstoß gegen Pressefreiheit
16:21Jeder Dritte glaubt an vorzeitiges Aus der Großen Koalition
16:12Bundeswehr-Auslandseinsätze: Viele Truppentransport-Flüge zu spät
16:07Forscher vermutet taktische Motive hinter "Juden in der AfD"
14:43NRW lehnt Beteiligung der Dieselbesitzer an Nachrüstungskosten ab
14:32Bericht: Zahl rechtsextremer Gewalttaten im Osten zuletzt gesunken
13:58Nahles: Nationalismus "größtes Risiko für Stabilität in Europa"
13:44Kardinal Marx entschuldigt sich für Missbrauchsskandal
13:17Spahn will Ärzte im Kampf gegen lange Wartezeiten besser vergüten
12:35DAX am Mittag im Plus - Lufthansa-Aktie lässt stark nach
12:21Kriminologe kritisiert Missbrauchsstudie der katholischen Kirche
12:16Ausbau von E-Ladesäulen kommt nur schleppend voran
12:09Knapp 50 Prozent des Seegüterumschlags durch "Billigflaggen"
11:40Merkel kritisiert Handelsstreit zwischen USA und China

Börse

Die Börse in Frankfurt hat am Dienstagmittag Kursgewinne verzeichnet. Gegen 12:30 Uhr wurde der DAX mit rund 12.395 Punkten berechnet. Dies entspricht einem Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem vorherigen Handelstag. [Weiter...]

Finanzmärkte aktuell:

Wetter: Regen lässt nach

In der Nacht zum Freitag klingen die Niederschläge vorübergehend ab, ehe es später in der Osthälfte erneut zu regnen beginnt. Auch im Süden setzen wieder Niederschläge ein, wobei im Schwarzwald, auf der Alb und an den Alpen die Schneefallgrenze auf 500 bis 800 m sinkt. Darüber fallen einige Zentimeter Neuschnee und es tritt Glätte durch Schneematsch auf. [Weiter...]

Graphik: Deutscher Wetterdienst

BND beschaffte Mitte der 90er Nervengift "Nowitschok"


BND-Zentrale / Foto: über dts Nachrichtenagentur

 

Die Erkenntnisse über eine einst in der Sowjetunion entwickelte Klasse von Kampfstoffen namens "Nowitschok" geht maßgeblich auf eine bis heute geheim gehaltene Operation des BND zurück. Nach gemeinsamen Recherchen der "Süddeutschen Zeitung", NDR und WDR mit der "Zeit" beschaffte ein Agent des Dienstes in den 90er Jahren eine Probe des Stoffs. Auch die Bundeswehr war in den Vorgang eingeschaltet.

Damals an der Entscheidung beteiligte Personen bestätigen den Vorgang, die Bundesregierung und der BND erklärten auf Anfrage zu "nachrichtendienstlichen Angelegenheiten grundsätzlich nur den geheim tagenden Gremien des Deutschen Bundestages" Auskunft zu geben. "Nowitschok" gilt als eine der tödlichsten je entwickelten C-Waffen, ihr Einsatz gegen den russischen Überläufer Sergej Skripal und seine Tochter im März diesen Jahres im englischen Salisbury führte zu einer diplomatischen Krise zwischen Moskau und dem Westen. Die damalige Operation, die nach Angaben von Beteiligten in der ersten Hälfte der Neunzigerjahre begann, war innerhalb der Bundesregierung umstritten. Der BND führte bereits seit einiger Zeit einen russischen Wissenschaftler als Quelle, der angeboten hatte, das bis dahin sorgsam gehütete militärische Geheimnis einer neuen Klasse von chemischen Kampfstoffen gegen die Zusicherung eines sicheren Aufenthaltsstatus für sich und seine Familie zu verraten. Der spätere Überläufer bot sogar an, eine Probe nach Deutschland zu bringen. All dies führte zu komplizierten politischen und juristischen Diskussion innerhalb der Bundesregierung. 1990 waren auf Druck von Bundeskanzler Helmut Kohl die in Westdeutschland gelagerten US-amerikanischen Chemiewaffen abtransportiert worden, die Vereinbarungen über eine weltweite Ächtung der Kampfgase waren weit vorangeschritten. Zudem hatte sich Deutschland bereits 1954 in den sogenannten Pariser Verträgen verpflichtet, keine Massenvernichtungswaffen herzustellen. "Wir wollten auf keinen Fall den Eindruck erwecken, als würden wir uns selbst für solche Chemiewaffen interessieren", sagte eine mit den damaligen Diskussionen vertraute Person. Mit Wissen von Kanzleramt und Bundesverteidigungsministerium wurde die Probe deshalb in einem Labor in Schweden analysiert, nur die Formel wurde an den BND und das Verteidigungsministerium übermittelt. Was aus der Probe wurde, ist unklar. Die schwedische Regierung erklärte auf Anfrage, sie könne den Vorgang in der Kürze der Zeit nicht aufklären. Auf Weisung von Kohl unterrichtete der BND einige seiner engsten Partner, darunter US-amerikanische und britische Geheimdienste. Später wurde eine Arbeitsgruppe aus fünf westlichen Geheimdiensten und dem BND eingesetzt, sie trug alle Erkenntnisse zu "Nowitschok" zusammen. In einigen NATO-Ländern kam es auch zu der Produktion von winzigen Mengen des Giftes, um eigene Schutzausrüstung, Messgeräte und mögliche Gegenmittel zu testen. Um das gute Verhältnis zum damaligen russischen Präsidenten Boris Jelzin nicht zu belasten, entschied sich die Bundesregierung, die Existenz von "Nowitschok" nicht öffentlich zu machen. Der letzte sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow hatte schon 1987 versichert, dass die Produktion von C-Waffen eingestellt werde. In der Bundesregierung war man unsicher, ob der militärische Apparat ohne Wissen der politischen Führung weiter an der Entwicklung von Massenvernichtungswaffen arbeitete. Im Auftrag Kohls sprach ein Emissär den Vorgang allerdings bei einem Treffen in Moskau an und erklärte, man wisse von den Kampfstoff-Entwicklungen. Der Überläufer kam später auf Umwegen nach Europa und wurde zumindest zeitweilig von der Bundeswehr betreut. In der heutigen Bundesregierung laufen inzwischen Bemühungen, den damals unter höchster Geheimhaltung gelaufenen Vorgang zu rekonstruieren.

© dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

Bookmark and Share  

NEWS25-Meldung vom 16.05.2018 - 17:06 Uhr

   © news25 2015 | Impressum, Datenschutzerklärung