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Graphik: Deutscher Wetterdienst

Registrierte Computerkriminalität steigt leicht an


Computer-Nutzerin / Foto: über dts Nachrichtenagentur

 

Die Computerkriminalität ist laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2017 um 0,7 Prozent auf 108.510 registrierte Straftaten gestiegen. Das berichtet die "Welt". Die Aufklärungsquote erhöhte sich leicht auf 39,3 Prozent (2016: 37,7 Prozent).

Den größten Anteil daran hat der Computerbetrug mit 86.372 Straftaten (plus 2,8 Prozent), bei denen das Internet die Tatwaffe war. Die PKS gibt zwar den umfassendsten Überblick zu den festgestellten Straften - sie spiegelt aber nicht die wahre Dimension, im Unterschied etwa zu den Wohnungseinbrüchen und Kfz-Diebstählen, die aus Gründen des Versicherungsschutzes fast vollständig angezeigt werden. Nach Schätzungen des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) ist die Dunkelziffer bei der Computerkriminalität extrem hoch - sie liegt bei etwa 90 Prozent. "Nur ein Bruchteil der Straftaten wird überhaupt angezeigt, meistens auch, weil man sich schämt, auf einen Betrüger hereingefallen zu sein. Und viele Geschädigte merken gar nicht, dass sie Opfer von Attacken geworden sind", sagte der Geschäftsführer Ronald Schulze des IT-Expertenkreises des BDK der "Welt". Die Behörden bekämen das Problem unter anderem deshalb nicht in den Griff, weil die Polizei nicht adäquat gerüstet sei. "Die Computerkriminalität ist für die Polizei zwar mittlerweile ein bekanntes Phänomen. Aber dessen Bekämpfung stellt wegen der rasanten Zuwachsraten, den sich stets ändernden Vorgehensweisen sowie den leider immer noch fehlenden personellen und materiellen Ressourcen eine sehr große Herausforderung dar", betonte Schulze. Die heutige Gesetzeslage für die Bekämpfung der Computerkriminalität entspreche oft nicht mehr dem digitalen Zeitalter. Schulze fordert eine "Verbesserung und Vereinfachung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, weil die meisten Täter vom Ausland aus agieren". In Teilbereichen der Computerkriminalität ist die Zahl der Straftaten aber gesunken. Etwa bei der Computersabotage, wo 3.596 Straftaten (minus 18,7 Prozent) erfasst wurden. Beim Ausspähen, Abfangen von Daten durch Kriminelle und der Datenhehlerei waren es 9.600 Taten (minus 9,8 Prozent). Zum Computerbetrug gehört etwa, sich durch rechtswidrig erlangte EC- und Kreditkarten einen "Vermögensvorteil" zu verschaffen. Die Zahl ging hier um 9,2 Prozent auf 9.065 Straftaten zurück. Die Täter greifen auf den EC- und Kreditkarten gespeicherte Daten an Geldautomaten ab. Experten führen den Rückgang darauf zurück, dass die Banken die Sicherheitsmaßnahmen erhöht haben. Der Branchenverband Bitkom, der 2.500 Firmen der Informationswirtschaft vertritt, beurteilt die PKS kritisch. "Auch wenn die Computerkriminalität laut offiziellen Zahlen in einigen Bereichen zurückgeht, müssen sich Unternehmen gegen Cyberattacken wappnen und in ihre IT-Sicherheit investieren", sagte Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder zu der "Welt". Bitkom schätzt den jährlichen Schaden auf einen zweistelligen Milliardenbetrag. Viele Firmen scheuen sich, den Sicherheitsbehörden selbst schwerwiegende Vorfälle zu melden, um ihre Reputation nicht zu gefährden.

© dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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NEWS25-Meldung vom 24.04.2018 - 00:00 Uhr

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