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Graphik: Deutscher Wetterdienst

Yücel fordert rasche Anklage


"FreeDeniz" auf Axel-Springer-Hochhaus / Foto: über dts Nachrichtenagentur

 

Der in der Türkei inhaftierte deutsche Journalist Deniz Yücel fordert von der türkischen Justiz eine rasche Anklage. "Ich will einen fairen Prozess. Und den am besten gleich morgen. Nicht mehr. Nicht weniger", sagte Yücel der "taz am Wochenende".

Yücels Anwälte haben beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Beschwerde gegen seine Inhaftierung eingelegt. Die Türkei hat noch bis zum 28. November Zeit für eine Stellungnahme. "Nach all der Verschleppungstaktik der türkischen Seite hoffe ich, dass der Gerichtshof nun zügig handelt. Also, dass der Gerichtshof für die überschaubare Anzahl von Journalisten und Abgeordneten, deren Klagen er bevorzugt zu behandeln beschlossen und in deren Fällen er die türkische Regierung zur Stellungnahme aufgefordert hat, ein Urteil zur Inhaftierung spricht. Und danach werde ich gespannt sein, ob die türkische Regierung ein Urteil aus Straßburg zur Haftentlassung befolgen wird", sagte Yücel der "taz" weiter. Die Isolationshaft bezeichnet der Journalist als Folter. "Auch wenn ich eigentlich guter Dinge bin, kann ich nicht absehen, welche langfristigen Folgen das haben wird", so Yücel weiter. Er erklärte zudem, dass er sich über die Anteilnahme in Deutschland freue. "Obwohl noch immer keine Anklageschrift vorliegt, weiß ich ja, weshalb ich eingesperrt bin: Weil ich, so meine ich, mir einbilden zu können, meinen Job als Journalist ordentlich gemacht habe. Und obwohl ich in Einzelhaft sitze, weiß ich, dank der vielen Menschen, die sich für mich und für meine inhaftierten Kollegen einsetzen, dass ich nicht alleine bin. Das hilft mir sehr." Nach Angaben der Zeitung war es das erste Interview seit der Inhaftierung. Es wurde schriftlich über Yücels Anwälte geführt. Yücel, der seit 2015 als Türkei-Korrespondent für die "Welt" arbeitet, wurde am 14. Februar 2017 in Istanbul festgenommen, zwei Wochen später kam er in Untersuchungshaft in das Gefängnis Silivri, das größte Gefängnis der Türkei. Dort sitzt er in Einzelhaft. Ihm werden "Propaganda für eine terroristische Vereinigung und Aufwiegelung der Bevölkerung" vorgeworfen, eine Anklageschrift liegt bis heute nicht vor. Immer wieder hatten Unterstützer Yücels Autokorsos, Konzerte und Kundgebungen initiiert. Kürzlich war der deutsche Menschenrechtler Peter Steudtner auf Vermittlung des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder aus türkischer Haft entlassen worden. Neben Yücel sitzen derzeit nach Angaben des Auswärtigen Amtes acht Deutsche aus politischen Gründen in der Türkei in Haft.

© dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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NEWS25-Meldung vom 10.11.2017 - 15:18 Uhr

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